Schnupperfliegen beim Aero-Club brachte Freude in den diesigen Sonntag

Der Himmel bewölkt, die maximale Temperatur 8°C,  eisiger Wind… „Das Wetter meint es wohl nicht gut mit uns“, das dachten sicherlich die angehenden Piloteninnen und Piloten, die sich zum Schnupperfliegen angemeldet haben. Aber um sich seinen persönlichen Traum, den Traum vom Fliegen, zu erfüllen nimmt man so Einiges in Kauf.

Morgens um 10:30 Uhr ging es am vergangenen Sonntag los. Zuerst wurde gemeinsam mit den Fluglehrern und Vereinspiloten die Segelflugzeuge, Winde und zugehörigen Fahrzeuge aus der Halle ausgeräumt. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde ging es auch direkt ans Fluggerät. Fluglehrerin Petra Jemiller und Horst Ostrowski verbanden Theorie und Praxis, indem sie mit den Schnupperpiloten das Flugzeug startklar machten und die nötigen und vorgeschriebenen Checks erledigten. Dabei wurde natürlich direkt ausprobiert, was denn die Ruder an den Flügeln machen, wenn man den Steuerknüppel bewegt, denn das ist wichtig zu wissen, wenn sie dann später in der Luft sind. Auch wurde der Flug besprochen, der sich in verschiedene Phasen wie Start, Thermiksuche und Landung gliedert. Fehlen durfte auch nicht ein kurzer Ausflug in die Instrumentenkunde sowie eine Sicherheitsunterweisung in die Fallschirme.

Jeder der Teilnehmer konnte an diesem Sonntag 3 Start und Landungen selbst unter Anleitung der Fluglehrer durchführen. Trotz der dunklen Wolken und dem eisigen Wind wurde Thermik über dem Taubertal gefunden, das von oben „ja so anders aussieht“, wie anschließend berichtet wurde.  Der Spaß kam nie zu kurz, denn nach dem Fliegen hilft man ja den anderen Piloten beim Anschnallen, Trimmgewicht zum Flugzeug tragen, mit dem Traktor das Flugzeug von der Landebahn holen und die Stahlseile der Winde zum Startplatz bringen.

Nachdem am späten Nachmittag die Flugzeuge wieder gewaschen und in der Halle verstaut waren, galt es für diesen Tag Abschied von den Kameraden und den Flugzeugen zu nehmen. Die bereits erflogenen Starts und Landungen können nun bei einem Ausbildungsbeginn angerechnet werden.

Aktion verpasst? Keine Sorge – der Verein ist sehr aktiv und fliegt bei fliegbarem Wetter ab dem Frühjahr bis zum Herbst an beinahe jedem Wochenende. Wenn Sie Interesse am Fliegen haben, sprechen Sie uns gerne direkt am Flugplatz oder per eMail an.

ACT-SHae

Segelflugausbildung

Die vereinsinterne Segelflugausbildung wird von unseren Vereinsfluglehrern ehrenamtlich durchgeführt. Bei regelmäßiger Teilnahme am Flugbetrieb und fliegerischem Talent dauert sie bis zur Erlangung des Segelflugscheines etwa zwei Jahre.

Wer sich für das Segelfliegen entscheidet, muss allerdings einiges an Zeit investieren – nur ab und zu fliegen reicht gerade in der Ausbildung nicht aus.

Beginnen kann man mit 14 Jahren und nach oben gibt es keine Altersbegrenzung – unser ältester Flugschüler war bei Beginn der Ausbildung über 60 Jahre alt.

Spätestens vor dem ersten Alleinflug ist eine Fliegertauglichkeitsuntersuchung bei einem Fliegerarzt zu machen. Dies ist für einen durchschnittlich gesunden Menschen normalerweise ohne große Probleme möglich. Brillen sind dabei – in gewissen Grenzen (-8 bis +5 dpt.) – kein Hindernis.

Als Flugschüler fliegt man von Anfang an in der ASK21 auf dem vorderen Sitz des verantwortlichen Piloten. Zusammen mit dem Fluglehrer auf dem hinteren Sitz ‚fühlt‘ der Flugschüler anfangs die Steuerbewegungen nur mit. Mit der Zeit steuert er das Flugzeug zunehmend selbst und trifft auch alle nötigen Entscheidungen selbstständig.

Nach 50 – 80 Flügen ist der Flugschüler normalerweise soweit, das Flugzeug alleine zu starten und zu landen. Von da an darf er unter Aufsicht des Fluglehrers, der dann am Boden bleibt, alleine fliegen.

Im Winterhalbjahr findet der theoretische Unterricht in den Fächern Navigation, Luftrecht, Meteorologie, Technik, Navigation, ‚Verhalten in besonderen Fällen‘, menschliches Leistungsvermögen und Flugfunk statt. Die theoretische Prüfung dazu muss beim Regierungspräsidium abgelegt werden.

Mit bestandener Theorieprüfung kann nach den Streckenflugeinweisungen mit dem Fluglehrer der eigenständige 50 – Kilometerflug im Einsitzer absolviert werden. Bei weiteren Übungsflügen werden die fliegerischen Fähigkeiten und Wetterkenntnisse soweit verfeinert, bis schließlich die praktische Prüfung abgelegt werden kann und man vollwertiger Segelflugpilot mit Lizenz wird.